Dorf im Bohnental

 

Im Heimatdorf heimatlos

Was hier auf meiner Schriftsteller-Homepage im Vorhergehenden steht, trifft selbstverständlich auch auf mein Heimatdorf Dorf im Bohnental zu. Ich bin auch in meinem Heimatdorf ein ausgegrenzter, ausgeschlossener Heimatloser.

Die ländliche Idylle trügt. Es gab hier schon immer vereinzelte Personen, die aus der Dorfgemeinschaft ausgestoßen wurden. Es gibt sie auch heute noch. Denn in Dorf im Bohnental ist man überaus fleißig, sittenstreng rein, picobello sauber, gut katholisch, konservativ, konventionell, konform und 100prozentig normal. Wer diesen Idealen nicht entspricht, gehört nicht dazu. Dies trifft natürlich auch auf das gesamte Bohnental und die ganze ländliche Umgebung zu.

Ich werde in Dorf im Bohnental als Mensch nicht beachtet und als Schriftsteller total ignoriert, da ich den genannten Idealen nicht entspreche.

So bezeichnete "psychisch Kranke" werden im Dorf als "Nicht-Normale", als "Bekloppte" sozial ausgegrenzt und isoliert. Mit ihnen will man nichts zu tun haben. Sie werden an den Rand gedrängt oder ganz aus dem Dorf entfernt, "dahin, wo sie hingehören", in die Psychiatrie und dann ins Heim.

So genannte "Faulenzer" werden als Schande für das ganze Dorf verachtet. Sie haben in Dorf im Bohnental einen schweren Stand und werden in den Wirtshäusern an den Pranger gestellt.

Selbstverständlich ist das nicht nur in Dorf im Bohnental so, sondern überall auf dem Land.

Für mich sind diese sozialen Missstände auf dem Land Themen meines literarischen Schaffens, von dem man in Dorf im Bohnental jedoch nichts wissen will. Das wird totgeschwiegen oder als Dorfwitz ausgelacht.

Menschen, wie ich einer bin, sind im Heimatdorf Dorf im Bohnental heimatlos.

Seit meiner Geburt wohne ich in meinem Elternhaus in Dorf im Bohnental. Meine Familie gehört zu den Alteingesessenen. Demnach bin ich in Dorf im Bohnental ein alteingesessener Einheimischer, werde aber behandelt wie einer, der nicht dazu gehört.

Auf dem Land haben nur 100prozentig Normale eine Existenzberechtigung. Conchita Wurst würde auf dem Land zu Wurst verarbeitet. In den Dörfern haben nur Menschen eine Daseinsberechtigung, die sind wie sie sein sollen: 100prozentig normal. Wer nicht so ist wie er sein soll, nicht 100prozentig normal, muss fortgeschafft werden, dahin, wo er hingehört: Ins Irrenhaus und danach ins Behindertenheim. Man verfuhr zum Beispiel mit A.W., W.K. und L.J. so und wollte dies auch mit mir tun. Ich habe es mit meiner Intelligenz und meinem literarischen Fleiß verhindert.

Sozialer Mord

Wie man auf dem Land mit Menschen verfährt, die nicht ins Dorfbild passen (vor allem mit psychisch Kranken), das nenne ich sozialen Mord. Solche vereinzelten Personen, vor allem psychisch Kranke, werden auf dem Land von den 100prozentig Normalen (ca. 99 % der Leute) sozial ermordet durch totales Ignorieren, Ausgrenzen, Ausschließen, Isolieren, Diskriminieren, Mobben und Ermorden ihres Rufs. 99 Prozent der Leute auf dem Land sind, bezogen auf solche Fälle, Sozialmörder, welche vereinzelte, nicht 100prozentig Normale, sozial ermorden, wenn es nicht möglich ist, diese vereinzelten, nicht 100prozentig Normalen, auf psychiatrischem Weg aus dem Dorf zu entfernen, d.h. wenn es nicht möglich ist, ihnen "psychiatrische Hilfe" zukommen zu lassen. Man will diesen armen, kranken Menschen doch nur "ärztliche Hilfe" im psychiatrischen Krankenhaus gewähren. Wer das nicht will, dem ist nicht mehr zu helfen. Also werden die uneinsichtigen Behandlungsunwilligen, welche die gut gemeinte Hilfe nicht annehmen wollen und denen somit nicht mehr zu helfen ist, ihrem selbst verschuldeten Schicksal überlassen. Die guten Leute hatten es so gut gemeint, dass sie mehrmals versuchten, eine Zwangsbehandlung in der geschlossenen Psychiatrie durch eine Zwangsunterbringung per richterlichen Beschluss zu veranlassen. Leider war ihre gut gemeinte erste Hilfe aus rechtlichen Gründen aber nicht möglich. Sie hatten alles Menschenmögliche getan, um diesem armen, kranken Menschen zu helfen, aber leider ohne Erfolg. Jetzt können sie nichts mehr für diesen armen, kranken Menschen tun und sich nicht mehr um ihn kümmern. Sie sind dazu gezwungen, ihn ganz sich selbst zu überlassen.

Das ist ironisch gemeint und zu verstehen.  

 

Saarbrücker Zeitung vom 09. August 2016

 

Der Ortsvorsteher von Dorf im Bohnental muss natürlich ein Stellvertreter der Heimatidylle pur sein. Er muss in seinem Amt meine heimatkritischen Äußerungen ablehnen und als unwahr bestreiten.

 

Auf der Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Dorf im Bohnental kann man viel über den Ort erfahren. Klicken Sie den folgenden Link an, um auf die HP der FFW Dorf im Bohnental zu gelangen:

www.ffw-dorf.de/index_c.html