Ein universaler Denker

 

Vorwort

 

Hans-Erich Kirsch ist ein Schriftsteller, der nicht nur als Erzähler von Geschichten und Schicksalen, sondern auch als ernst zu nehmender sozialkritischer Philosoph und als universaler Denker verstanden werden will. Er stellt philosophische Grundlagen der Gesellschaft in Frage und rüttelt damit an den Fundamenten des Systems.

Sein Denken ist eigenständig, wurde aber lange Zeit von A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (bei Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/A.C._Bhaktivedanta_Swami_Prabhupada) beeinflusst. In letzter Zeit befasst er sich zunehmend auch mit den Büchern von Osho (bei Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Osho). Außerdem beschäftigte er sich u.a. mit den Werken von Sri Aurobindo (bei Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Aurobindo_Ghose), Karlfried Graf Dürckheim (bei Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Karlfried_Graf_D%C3%BCrckheim), Erich Fromm (bei Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm) und Peter Lauster (bei Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Peter_Lauster).

In diesen und anderen Persönlichkeiten sieht er Wegbereiter des Zukunftsmenschen.

Kirsch kombiniert die Einsichten und Erleuchtungen dieser sechs Geistesgrößen und anderer Wissender in seinen eigenen Worten. Vor Allem gelangt er aber auch zu eigenen, neuen Erkenntnissen und Ideen.

Hans-Erich Kirsch behandelt in seinen Büchern keineswegs nur seine eigene soziale Ausgrenzung und Isolation in seiner ländlichen Umgebung und die Nichtbeachtung seiner Literatur, sondern geht weit darüber hinaus. Er analysiert die gesamtgesellschaftlichen Grundlagen und Strukturen, geht den Dingen auf den Grund. Auf den einfachsten Nenner gebracht, lautet eines seiner Ergebnisse: Geld regiert die Welt und in einer Welt, die vom Geld regiert wird, kommt die Liebe zu kurz. Noch trivialer formuliert, ergibt sich die Frage: Geld oder Liebe?

Alle Probleme der Menschheit gründen auf der Geldgier. Alles wird am Geld gemessen. Erfolg heißt, viel Geld zu haben. Misserfolg heißt, kein oder wenig Geld zu haben. Wer Geld hat, wird geehrt und bewundert. Wer kein Geld hat, wird entehrt und verachtet. Wer zu Geld kommt, gilt als intelligent. Wer nicht zu Geld kommt, gilt als dumm.

Die gesamte Menschheit leidet unter der Geld- und Machtgier. Geld und Macht sind identisch: Geld ist Macht. Alle spielen das böse Spiel mit, weil alle nach Geld und Macht streben. Und wer dieses böse Spiel nicht mitspielt, wird niedergemacht. Man schaltet solche Spielverderber aus, indem man sie als nicht normal, d.h. als verrückt und geistig behindert erklärt und schiebt sie in die Psychiatrie und danach ins Behindertenheim ab. Wenn dies nicht möglich ist, weil der Spielverderber intelligent ist, ruiniert man ihn sozial, indem man ihn als Anormalen nicht beachtet, ignoriert, sozial ausgrenzt und damit sozial isoliert. Man macht ihn fertig und treibt ihn, mehr oder weniger bewusst alle gegen einen, in den Freitod. Der in dieser Art seelisch Gefolterte muss eine unglaubliche Widerstandskraft aufbringen, wenn er sich davor schützen und retten will.

Seelisch bzw. psychisch unter dem bösen Spiel um Geld und Macht, das weltweit stattfindet, zu leiden, ist eine natürliche, gesunde Reaktion. Nicht darunter zu leiden, weil man die Wahrheit, die Realität nicht wahrnehmen will und verdrängt, sie sozusagen niederknüppelt, wenn sie ins Bewusstsein drängt, ist eine unnatürliche, kranke Reaktion. Doch das Gesellschaftssystem stellt die Tatsachen ganz bewusst auf den Kopf, indem es die natürlich und gesund Reagierenden als psychisch Kranke diagnostiziert und damit lebenslang abstempelt und stigmatisiert und die im obigen Sinn unnatürlich und krank Reagierenden als psychisch gesund in ihrem bösen Spiel um Geld und Macht bestärkt und antreibt.

Hans-Erich Kirsch entwickelte diese Gedanken selbständig und bestätigt mit ihnen Erich Fromm, der schon vor ihm zum selben Ergebnis kam: Die als psychisch Kranke Diagnostizierten sind die psychisch Gesunden und die als psychisch Gesunde Geltenden sind die psychisch Kranken.

Natürlich kann man diese Aussage nicht ganz verallgemeinern, aber im Sinn des folgenden Zitats von Jiddu Krishnamurti trifft sie zu:

 

Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine zutiefst kranke Gesellschaft zu sein.

 

Die seelischen Leiden der so genannten "psychisch Kranken" zeigen an, dass die ganze Gesellschaft zutiefst krank ist. Deshalb kann man diese Menschen als die "sensiblen Störmelder" der Gesellschaft bezeichnen. Sie reagieren auf die Lieblosigkeit ihrer menschlichen Umgebung wie hochempfindliche Sensoren. Ihre Leiden machen auf den gesamtgesellschaftlichen Fehler, den Mangel an Liebe, aufmerksam. Die gesellschaftlich Verantwortlichen, die ja die Gesellschaft repräsentieren, dürfen das aber nicht zugeben und behaupten stattdessen, der Fehler liege in den Störmeldern, d.h. in den an der fehlenden Liebe ihrer Umgebung Leidenden. Der Defekt, das Kranke befinde sich in den an Liebesmangel Leidenden selbst, sie seien endogen psychisch krank. Und das müssen sie einsehen. Zu dieser "Krankheitseinsicht" werden sie mit richterlicher und psychiatrischer Gewalt gezwungen. Aus diesem Grund bezeichnet Hans-Erich Kirsch die Psychiatrie als Seelenschlachterei. Die Psychiatrie ist ein ausführendes Organ des kollektiven Über-Ichs und geht mit psychiatrischer Züchtigung wie Zwangsunterbringung, Zwangsmedikation, Fixierung, Elektro- und Insulinschocks und Isolierung gegen die aus ihrer Sicht kranken, infantilen Störenfriede vor, um die aus der Norm Gefallenen möglichst wieder zu normieren. Sie kann also auch als Normierungsanstalt bezeichnet werden. In dieser Gesellschaft haben nur "Normale", die im Sinn der Norm mit "gesundem Menschenverstand" und "gesundem Volksempfinden" funktionieren, eine Daseinsberechtigung. Alle müssen nach den Richtlinien der gesellschaftlichen Norm funktionieren. Das ist oberste Bürgerpflicht. Wer aus der Norm fällt und damit nicht mehr funktionstüchtig ist, dem ergeht es wie beschrieben. Entweder man ist in allem wie alle und macht alles wie alle oder man ist "weg vom Fenster". Darüber muss man sich bewusst sein, wenn man einen individuellen Weg zur individuellen Selbstverwirklichung gehen will. Dann werden alle Gegner sein und man wird allein gelassen, ausgegrenzt, ausgeschlossen und isoliert: Alle gegen einen. Man wird für verrückt bzw. psychisch krank erklärt und ist damit lebenslang abgestempelt (diagnostiziert), gebrandmarkt und stigmatisiert.

Diese Verhältnisse haben sich so gestaltet, weil die Welt von tatsächlich psychisch Gestörten regiert wird. Als Beispiel sei nur einmal "der mächtigste Mann der Welt", Donald Trump, genannt. Weil die Welt von kranken Köpfen regiert wird, müssen alle krank im Kopf sein, um nicht in oben beschriebener Weise fertig gemacht und ausgeschaltet zu werden. "Die Welt ist ein riesiges Irrenhaus", sagte Osho. Hans-Erich Kirsch bestätigt seine Aussage aus eigener Erkenntnis.

Dass die Welt das riesige Irrenhaus einer irren Menschheit ist, belegt die Realität: Grausame Kriege, bei denen es nur um Profit und Macht geht, was aber der Weltöffentlichkeit als notwendiges, gutes Werk präsentiert wird. Die Menschheit wird mittels der Medien belogen und betrogen und dahingehend manipuliert, dass sie so funktioniert, wie es von oben gewollt ist. Umweltzerstörung und Klimawandel - verhungernde Menschenmassen, darunter viele Kinder - bestialischer Umgang mit Tieren in der Massentierhaltung und der Fleischindustrie - zunehmende soziale Kälte - Gleichgültigkeit gegenüber den Leiden und der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen und Tieren - Abholzen der großen Wälder - starres, egoistisches Status-, Konsum- und Hackordnungsverhalten -  Normzwang ( Normabweichler werden ausgegrenzt und isoliert. ) - anwachsende Gewaltbereitschaft und Brutalität - Fremdenhass - ansteigender Rechtsextremismus - rechtsgerichtete Parteien in politischer Verantwortung, auch im Bundestag usw. Beweise für den weltweiten Irrsinn gibt es mehr als genug. Doch alle verschließen die Augen davor und machen weiter, als wäre nichts, um dazu zu gehören.

Damit habe ich das sozialkritische Denken Hans-Erich Kirschs kurz angedeutet. Ich will nun auch die universale Dimension seiner Gedanken im Ansatz erwähnen.

Die Evolution der Arten beinhaltet auch eine Evolution des Lebens und des Bewusstseins. Aus dem Stoff, der Materie, entwickelte sich das Leben und aus dem Leben das Bewusstsein. Dies wäre nicht möglich, wenn es nicht schon in der Materie einen Lebens- und Bewusstseinskeim gäbe. Dieser Keim muss bereits in der Materie existieren, da andernfalls Leben und Bewusstsein nicht aus ihr hervorgehen könnten, genauso wie aus einem unbefruchteten Ei kein Küken schlüpfen kann.

Die gängige These der Wissenschaft, dass Leben und Bewusstsein unter günstigen Bedingungen zufällig aus unbelebter und unbewusster Materie entstünden und dass Leben und Bewusstsein nur Nebenprodukte der unbelebten und unbewussten Materie seien, ist falsch. Das Beispiel soll meine Behauptung als treffender Vergleich erklären: Man kann ein unbefruchtetes Ei für hundert Jahre in den Brutkasten legen, aber es wird kein Küken schlüpfen. Und wenn aus einem befruchteten Ei ein Küken schlüpft, wäre es Unsinn zu sagen, das Küken sei nur ein Nebenprodukt des Eis. Tatsächlich ist es doch so, dass das befruchtete Ei das Küken im involvierten Zustand und das Küken das befruchtete Ei im evolvierten Zustand ist. Das Küken ist das entwickelte Ei, das Ei ist das unentwickelte Küken.

Die Materie ist wie ein Mutterschoß, in den "der kosmische Vater" (der universale Geist, das All-Wesen) den Lebens- und Bewusstseinskeim von Anfang an hinein gegeben hat. Die Materie ist gleichsam die Mutter, der kosmische, große Geist ist der Vater. Es handelt sich um zwei Pole, die auf höchster Ebene eins sind: Die Materie ist der kosmische Geist als Kraft, Energie, die im voll entwickelten, ganz entfalteten Zustand reines, kosmisches, universales, göttliches Bewusst-Sein ist. Das kosmische Bewusst-Sein ist in seiner Samenform Materie, Kraft, Energie und entfaltet und entwickelt sich aus diesem unbewussten Zustand zum höchsten Bewusst-Sein.

Es findet eine Involution statt, die zu Beginn des Universums besteht, und daraus eine Evolution von Leben und Bewusstsein. Der involvierte Zustand des Seins zu Beginn des Universums ist die Materie und der voll evolvierte Zustand des Seins ist das höchste Bewusst-Sein. Da es wichtig ist, wiederhole ich es immer wieder: Materie und Geist sind eins, existieren aber in zwei Zuständen bzw. zwei Polen, involviert als Materie, als Kraft und evolviert als Geist, als Bewusst-Sein.

In den verkörperten Lebewesen treffen beide Pole zusammen: Das Materielle und das Bewusste. Die Lebewesen sind Zwischenglieder der Evolution. Sie sind sozusagen "das Laboratorium Gottes". Der Mensch als das am höchsten entwickelte Glied der Evolution bildet die Brücke zwischen Materie und Geist. In ihm können die beiden entgegengesetzten Pole in der Erleuchtung eins werden.

Aus diesen fundamentalen Gedanken entwickelt Hans-Erich Kirsch ein geschlossenes System, das alle Bereiche des Lebens und des Daseins umfasst.

Der Schriftsteller Hans-Erich Kirsch will jedoch nicht nur als intellektueller Philosoph begriffen, sondern auch als Künstler erkannt und anerkannt werden. Er kreiert literarische Kunst und lässt sein sozialkritisches und universales Denken in seine Kunstwerke einfließen.

Dies war der Versuch einer kurzen Einführung in das Denken Hans-Erich Kirschs, die aus zweiter Hand kommt. Um frisch aus der Quelle trinken zu können, lasse ich nun Hans-Erich Kirsch selbst zu Wort kommen.

 

01. Juni 2018

Karl Hauser 

 

 

Einleitung

Zunächst möchte ich Herrn Karl Hauser herzlich für sein Vorwort danken, das er vor fast zwei Monaten schrieb. In diesen annähernd zwei Monaten hat sich Entscheidendes in meiner Entwicklung getan, so dass Karl Hausers Vorwort inzwischen einerseits schon wieder zum Teil überholt, andererseits aber nach wie vor aktuell ist. Denn um lieben zu können, muss man zuerst verstehen. Als ich verstand, begann ich zu lieben.

Wie meine ich das?
 
Bis vor kurzem war ich noch ein Denker, der alles mental und intellektuell zu verstehen versuchte. Ich war gesellschaftsbedingt leider auch nur ein Kopfmensch. Darum litt ich ja so schwer. Andererseits war es auch gut so, denn, um herauszufinden, warum man so unglücklich ist und daraufhin in seiner Entwicklung fortzuschreiten, muss man zuerst viel und intensiv denken, um am Ende, auf dem Höhepunkt des Denkens, schließlich zu der Erkenntnis zu gelangen, mit der man die mentale und die intellektuelle Ebene überschreitet. Die Erkenntnis lautet:
Man kann sich selbst und anderen auf dem Weg des Kopfdenkens nicht wirklich helfen. Man muss Einlass ins seelische Herz finden, um erst mal sich selbst in entscheidender Weise helfen zu können und damit eine wirkliche Not-Wende einzuleiten, die allen hilft.
Bei mir geschah diese not-wendige Not-Wende, indem ich andere Worte las und andere Töne hörte, die mir zu einer inneren Einkehr verhalfen. Sie leiteten mich in meine innere Tiefe, ins seelische Wesen, ins seelische Herz.
Es wird also nicht nur ein philosophisches Denksystem folgen, sondern es werden auch Worte des Herzens aus mir hervorquellen. Und damit bestätige ich wieder Karl Hausers Vorwort in diesem Sinn:
Geld regiert die Welt und in einer Welt, die vom Geld, d.h. vom Rechnen des Kopfs, regiert wird, kommt das Herz, die Herzlichkeit, die Liebe zu kurz.
So werde ich nun mein Herz sprechen lassen. Um das tun zu können, muss ich auch immer wieder meinen Kopf einschalten und benutzen, da immer erneut verstanden werden muss, um noch tiefer lieben zu können. Ein Ziel dabei ist, auch immer wieder aus der Oberflächlichkeit des Kopfdenkens in die Tiefe des Herzens zu gelangen.
Die Tiefendimension unseres Wesens, in der die Tiefe des Seins in allem Dasein anwesend, gegenwärtig ist, nenne ich das seelische Herz bzw. das seelische Wesen. In ihr sehe ich den Sinn meines Lebens und des Lebens überhaupt. Ohne diese innere Tiefe ist das Leben sinnlos und wird zur schweren Last. So leidet die Seele des intelligenten, empfindsamen Menschen in einer oberflächlichen Welt, in der Welt der kalten Berechnung des Kopfes, in einer vom Geld regierten Welt.
 
Eine "endogene Psychose" ist in Wahrheit und Wirklichkeit keine endogene, d.h. keine von innen kommende Krankheit, sondern ein von außen kommendes Leiden, ursprünglich eine sehr starke Angst. Dieses Leiden, diese Angst, die einen Menschen wahnsinnig machen kann, basiert auf der sozialen Kälte der sozialen Umgebung, schon im Kindesalter der familiären Umgebung, der Schule und der Kirche. Dieser Angst machende Liebesmangel, der aus der Herrschaft des Geldes resultiert, charakterisiert die gesamte Gesellschaft.
Dies ist eine Erkenntnis, die auf meinen eigenen lebenslangen Leidens- bzw. Angsterfahrungen gründet und die mit den Erkenntnissen Erich Fromms übereinstimmt.
Die aus der Regierung des Geldes resultierende Lieblosigkeit in der gesamten Gesellschaft macht den Menschen Angst, die wir alle mittels Angstabwehrmechanismen abwehren und gekonnt überspielen, so dass sie den Meisten gar nicht mehr bewusst ist. "Die Normalen" sind nicht psychisch gesund, sondern "normal erkrankt". Psychisch gesund zu sein, stellt eine Ausnahmeerscheinung dar. Warum sonst wäre die ganze Welt so durcheinander?
 
Das Vorwort Karl Hausers und meine Einleitung werden der Anfang meines nächsten, achten Buchs sein. Ob der Otto-Normalverbraucher den Inhalt versteht, ist fraglich. Man muss schon akademischer oder autodidaktischer Experte sein, um diese Gedankengänge erfassen zu können.
 
 
25. August 2018
Hans-Erich Kirsch
 
 
 

 

Was ist der Mensch?

 

Die menschliche Gesellschaft ist so, wie sie die Frage beantwortet, was der Mensch ist. Deshalb ist die Beantwortung dieser Frage von größter Wichtigkeit für alle Menschen. Denn die Antwort auf diese Frage bestimmt vom Kleinsten bis zum Größten das Leben aller Mitglieder der Gesellschaft.