Ein weltweit einmaliger Fall

 
In dieser Rubrik ganz unten ist ein Bericht abgebildet, der am 04. und am 06. September 2017 in der Saarbrücker Zeitung stand. Darin wurde mein siebtes Buch "Das kleine Dorf und sein Schriftsteller" vorgestellt. Dazu möchte ich bemerken, dass man statt "Peter Schwarz" auch "Hans-Erich Kirsch" und statt "Schaffhausen im Sauerland" "Dorf im Bohnental" einsetzen kann. Das heißt, dass mein Fall, der Fall Hans-Erich Kirsch aus Dorf im Bohnental, ein im beschriebenen Sinn weltweit einmaliger Fall ist. Es soll ganz klar sein: Das ist eine Schande für den Ort Dorf im Bohnental und die ganze umliegende Gegend. Für diese Schande sind die Leute selber verantwortlich, sie tragen selbst die Schuld daran. Sie bekommen literarisch von mir das, was sie selber provozieren. Ich schreibe einfach nur, wie es ist. Wie die Leute mich behandeln und wie sie auf mich reagieren, spiegle ich ihnen literarisch zurück. Sie könnten das ändern, wenn sie wollten. Sie haben es selbst in der Hand, ob ich sie gut oder schlecht schreibe.
 
Es kann doch nicht möglich sein, dass man einen Schriftsteller, einen Intellektuellen als geistig Behinderten betrachtet, behandelt und ausgibt! Das ist doch der Gipfel der Absurdität! Doch, in Dorf im Bohnental und seiner ländlichen Umgebung ist das Unmögliche möglich. Deshalb ist mein Fall, der Fall Hans-Erich Kirsch aus Dorf im Bohnental, ein weltweit einmaliger Fall.
Wie kann das Unmögliche möglich werden? Es wird dadurch möglich, dass man mich als Schriftsteller total ignoriert und nichts von meinen Büchern und meiner Internetpräsenz wissen will und folglich auch nichts davon weiß. Der Grund für diesen Gipfel der Absurdität ist die totale Ignoranz der Leute meiner menschlichen Umgebung. Sie tun nach wie vor immer noch so, als wüssten sie nichts von meiner schriftstellerischen Tätigkeit. Diese totale Ignoranz empfinde ich als kriminell.
 
 
Ein Beispiel für totale Ignoranz
 
Eine der ganz, ganz seltenen Ausnahmen aus Dorf im Bohnental redet noch mit mir, fast alle anderen sprechen nicht mit mir. Dieser ganz, ganz seltenen Ausnahme, einem Mann von ca. 60 Jahren, schickte ich den Internetlink, der zu meiner Schriftsteller-Homepage führt, über WhatsApp auf sein Handy. Er braucht nur auf seinem Handy mit dem Finger auf den Link zu tippen, um sich zu informieren.
Doch das tut er aus Ignoranz nicht.
Heute erzählte mir dieser Mann, dass er seinen Schwager, den Ehemann seiner Schwester, gefragt hatte, ob er ihm den Link zu meiner Homepage über WhatsApp auf dessen Handy senden dürfe. Der Schwager des Mannes lehnte ab, weil er von mir und meinem literarischen Schaffen nichts wissen wollte. Das nenne ich totale Ignoranz.
Ich sagte zu meinem Bekannten aus dem Dorf:
"Das bestätigt ja nur, was ich sage und schreibe: Dass ich nämlich von den Leuten als Autor total ignoriert werde. Sie wollen von meiner Autorentätigkeit absolut nichts wissen. Ich empfinde diese totale Ignoranz als kriminell."
 
Dies war nur eines von vielen Beispielen, das belegt, dass es tatsächlich so ist, wie ich es beschreibe. Was ich hier berichte und erzähle, sind keine Märchen. Das sind Tatsachen. Das Beispiel ist keine Ausnahme, sondern die Regel. In meiner menschlichen Umgebung, in Dorf im Bohnental, im gesamten Bohnental, in Limbach, Gresaubach usw. und darüber hinaus, will niemand etwas von meiner Tätigkeit als Schriftsteller und ihren Ergebnissen wissen. Es ist mir nur eine einzige Person bekannt, welche die einzige Ausnahme ist. Doch selbst diese einzige Ausnahme tut in Eigeninitiative nichts, um mir zu helfen. Immerhin informiert sie sich über mich und mein Schaffen.
Die totale Ignoranz der Leute macht das Unmögliche, das äußerst Absurde, dass man einen Intellektuellen als geistig Behinderten betrachtet, bezeichnet und ausgibt, überhaupt erst möglich. Lesen Sie dazu bitte den folgenden Text "Als hätte ich das Down-Syndrom".
 
 
Als hätte ich das Down-Syndrom
 
Wie die Leute auf mich reagieren, ist für mich niederschmetternd. Fast niemand reagiert auf mich so, wie man auf einen normalen Menschen reagiert. Viele reagieren auf mich, als hätte ich das Down-Syndrom bzw. Trisomie 21. Wie man sich Menschen mit Down-Syndrom gegenüber verhält, habe ich auf Dorffesten und anderen Veranstaltungen beobachtet. Sie werden im allgemeinen behandelt, als wären sie gar nicht anwesend. Es sieht so aus, dass man sie nicht als Menschen wahrnimmt und betrachtet. Normalerweise tut ihnen niemand etwas an, aber wie man sich ihnen gegenüber verhält, gibt diesen Menschen das Gefühl, als würde man sie als nicht lebenswert entwerten und entwürdigen.
Einmal, es war auf dem Steinbacher Heimatfest, sagte ein grober Klotz zu einem jungen Mann mit Down-Syndrom: "Dein Vater hätte besser auf die Ofenplatte gewixt, anstatt dich zu machen!" Dieser Grobian hatte es also offen ausgesprochen: "Du bist lebensunwertes Leben! Du Idiot, du hast keine Lebensberechtigung!"
Selbstverständlich habe ich nicht das Down-Syndrom. Dies erwähnen zu müssen, ist ja schon äußerst absurd. Doch, so wie man auf Menschen mit Down-Syndrom reagiert, so reagiert man auch auf mich, wenn ich unter Menschen bin, beispielsweise auf Dorffesten und anderen Zusammenkünften. Diese Reaktionen der Leute auf mich geben mir ein Gefühl totaler Entwertung und Entwürdigung. Ich habe das Empfinden, dass ich von allen mich umgebenden Leuten insgeheim mein Lebensrecht abgesprochen bekomme und fühle mich, als müsste ich allen beweisen, dass ich doch ein Lebensrecht habe.
Ich hatte lange gebraucht, um dieses Gefühl der Entwertung und der Entwürdigung zu beschreiben. Jetzt habe ich diesen guten Vergleich gefunden: Ich fühle mich unter Leuten, als halte man mich für einen Mongoloiden und würde mich deshalb insgeheim als lebensunwertes Leben betrachten und behandeln.
 
Andere halten mich für einen hochgradig Dementen. Ich habe es mit eigenen Ohren gehört: "Dass der mit seiner Demenz noch Auto fährt, dürfte doch nicht sein! Dem müsste man doch die Fahrerlaubnis entziehen!"
Selbstverständlich bin ich auch nicht dement, und es ist ebenso äußerst absurd, auch dies erwähnen zu müssen.
Für hochgradig dement gehalten zu werden, ist fast das gleiche Gefühl wie für mongoloid gehalten zu werden. Es ist nicht ganz so schlimm, da jeder Mensch dement werden kann, während das Down-Syndrom angeboren ist. Wer es nicht hat, kann es auch nicht bekommen.
 
Nun kann man vielleicht in etwa nachvollziehen, wie wertlos ich mich in diesen öffentlichen Situationen fühle, weil man total entwertend auf mich reagiert. Es ist ein Gefühl der vollständigen Entwertung und Entwürdigung, ein ohnmächtiges Gefühl, kein Lebensrecht zu haben.
 
Lesen Sie jetzt bitte den Bericht der Saarbrücker Zeitung und setzen Sie für "Peter Schwarz" und "Schaffhausen im Sauerland" Hans-Erich Kirsch und Dorf im Bohnental ein: