Heilung durch Stärkung des Selbstwertgefühls

 
Wer bis zu dieser Stelle alles auf meiner Homepage gelesen und bei YouTube gesehen und gehört hat, wird auf folgenden Gedanken kommen: Herr Kirsch bzw. Herr Hauser sehen und betonen immer nur die Anderen als Grund für Herrn Kirschs Leiden und das Leiden anderer psychisch Erkrankter. Immer tragen die Anderen an allem die Schuld, die Familie, die Leute, die Gesellschaft. Da kann doch etwas nicht stimmen. Irgendwas muss doch irgendwo und irgendwie auch an den Betroffenen selbst liegen.
Dieser Gedanke ist richtig und ich will nun darauf eingehen.
Was an den Betroffenen selbst liegt, ist zunächst einmal ein schwaches, geschwächtes oder unentwickeltes Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, also ein schwaches Ich. Wegen dieses schwachen Ichs sind diese Menschen Einflüssen von außen mehr ausgeliefert als Menschen mit starkem Ich. Sie sind Einflüssen von außen unterlegen und können sich nicht angemessen und richtig dagegen wehren. Sich angemessen und richtig dagegen zu wehren, müssen sie zuerst lernen.
Das Zweite, was an den Betroffenen selbst liegt, besteht darin, dass diese Menschen nicht so sind wie sie sein sollen, sondern so wie sie sein wollen und auch nicht tun, was sie tun sollen, sondern was sie tun wollen. Sie passen sich weniger an als die Meisten. Sie wollen selbstbestimmt sie selbst sein und selbst bestimmen, was sie tun. Sie sind also unkonventionelle, nichtkonforme Persönlichkeiten und bekommen deswegen natürlich Probleme mit den angepassten, konventionellen, konformen Leuten ihrer Umgebung. Zumindest kann ich das von mir selbst sagen. Ich bestehe auf meinem Grundrecht der freien Selbstbestimmung und der freien Selbstverwirklichung. Dieses Grundrecht ist jedem in Deutschland Lebenden im Grundgesetz der BRD zugesichert. Selbstverständlich übe ich dieses Grundrecht im Rahmen der Gesetze aus, d.h. dass ich mich an diese Gesetze halte und sie nicht übertrete, also nichts Verbotenes tue. Mit mir stimmt also alles.
Obwohl mit mir alles stimmt und ich mich an die Gesetze halte und nichts Verbotenes tue, behandelt mich mein menschliches Umfeld wie einen Verbrecher oder wie jemanden, der schon 30 Jahre tot ist, oder wie einen an Ebola Erkrankten, weil ich unkonventionell und nichtkonform bin, d.h. nicht so bin wie alle und nicht so tue wie alle. Daraus kann doch nur geschlossen werden, dass mit meiner menschlichen Umgebung etwas nicht stimmt. Damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt: Meine psychischen Leiden kommen nicht von innen aus mir selbst, sondern von außen aus meinem menschlichen Umfeld.
 
Kommen wir zurück auf das schwache Selbstwertgefühl, das schwache Selbstvertrauen, das schwache Selbstbewusstsein, also das schwache Ich. Das ist im Betroffenen, im psychisch Leidenden selbst ein Grund für seine psychischen Leiden. Das ist es, was an ihm selbst liegt und in ihm selbst begründet ist. Das kommt von innen aus ihm selbst, nicht von außen aus seiner Umgebung. Dies ist der endogene, d.h. der von innen kommende Grund seines Leidens. Damit habe ich meine Antwort gegeben auf den Einwand des Lesers, dass doch nicht immer nur die Anderen an allem schuld sein können und es doch auch etwas geben muss, das an den psychisch Leidenden selbst liegt.
Daraus folgt logischerweise, dass es für die Heilung psychischer Leiden am wichtigsten ist, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein aufzubauen, also das geschwächte Ich zu stärken. Psychisch Leidende können die Leute nicht ändern, aber sie können an sich selbst etwas ändern, indem sie, um es zu wiederholen, etwas tun, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken. In diesem Sinn sich selbst zu ändern, führt in die Heilung von psychischen Leiden. Doch dies ist nicht so leicht getan, wie es gesagt oder geschrieben wird. Dazu gehört viel Mut, viel Fleiß und viel Intelligenz. Es ist ein langer Prozess schweren Erarbeitens, intelligenten Erkennens und mutigen Stehens zum eigenen individuellen Weg.